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Neugründer: Bitte darauf nicht vergessen!

Zihr – Ihr PartnerNeugründung / Start-Up Neugründer: Bitte darauf nicht vergessen!

Neugründer: Bitte darauf nicht vergessen!

Sie haben also den Entschluss zur Selbständigkeit und zum eigenen Unternehmen gefasst! Im Zeitalter der Digitalisierung ist die Gründung ja ein “Klax” – Diese wickeln Sie einfach und unkompliziert über das Unternehmensserviceportal und die dort befindliche eGründung ab. Und was nun?

Laut einer Statistik der WKO gibt es österreichweit pro Tag in etwa 110 Neugründungen. 85% der Neugründer entscheiden sich für die Rechtsform “Einzelunternehmen”.
Aus Erfahrung weiß ich, dass über einige Punkte erst sehr spät nachgedacht wird. Folgendes möchte ich allen Neugründern, ganz nach dem Motto: “Besser VOR-Denken als NACH-Denken”, mit auf den Weg geben:

Finanzamt

Ab dem Zeitpunkt der Gründung haben Sie 30 Tage Zeit um Ihre selbständige Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt anzuzeigen. Dies bewerkstelligen Sie über den Fragebogen des Finanzamtes zur Betriebseröffnung – Die sogenannten “Verf-Formulare”.
Im Fall der Gründung eines Einzelunternehmens ist beispielsweise das Verf24 heranzuziehen.

Tipp: Bitte schätzen Sie den im Formular abgefragten Gewinn im Eröffnungs- und im Folgejahr konservativ. Nicht zu selten kommt es vor, dass Neugründer einen unerwarteten und unerwünschten Vorauszahlungsbescheid vom Finanzamt erhalten.

SVA

Die SVA(=gewerbliche Sozialversicherung) ist ein vielfach unterschätzter Kostenfaktor im Zuge der Unternehmensgründung. Grundsätzlich gilt auch hier: Innerhalb des ersten Monats ab Unternehmensgründung ist die SVA über die Aufnahme Ihrer Selbständigen Tätigkeit zu informieren. Dies erfolgt aber in vielen Fällen bereits automatisiert im Zuge der Gewerbeanmeldung. Im Zweifelsfall einfach nachfragen.
Sofern Sie keine Befreiung aus der Kranken- und Pensionsversicherung beantragt haben, müssen Sie als Neugründer mit einer Quartalszahlung von € 500,- bis € 600,- rechnen.

Tipp: Ihre jährlichen Einkünfte aus der selbständigen Tätigkeit werden im Jahr 2018 EUR 5.256,60 nicht übersteigen. Außerdem werden Ihre Umsätze aus sämtlichen unternehmerischen Tätigkeiten nicht über 30.000 € liegen. Dann haben Sie die Möglichkeit sich aus der Pflichtversicherung in der Pensions- und Krankenversicherung ausnehmen zu lassen. Dies gilt nicht für die Unfallversicherung, hier müssen Sie den Quartalsbeitrag leisten. 2018 liegt dieser bei € 28,80.

Förderungen

Unterschätzen Sie nicht die Möglichkeiten der für Neugründer zugeschnittenen Förderpakete. Diese reichen von Barzuschüssen, Beratungen, geförderten Fortbildungen bis hin zu Sicherheiten, die Sie gegebenenfalls für Ihre Finanzierung benötigen. Ist eine Investition erst einmal getätigt, so gibt es im Nachhinein nur noch selten die Möglichkeit eine Förderung dafür in Anspruch zu nehmen.

Stundensatz, Produktpreis & Co

Als Unternehmer verkaufen Sie in den meisten Fällen eine (Dienst-)Leistung oder ein Produkt. Nehmen Sie sich genügend Zeit darüber nachzudenken, welche Kosten Sie tragen müssen und übernehmen Sie diese Erkenntnisse in die Bildung Ihres eigenen Stundensatzes/Produktpreises. Bislang waren Sie vielleicht eine Angestellte/ein Angestellter und mussten sich um viele Dinge nicht kümmern oder Gedanken machen. Ab sofort müssen Sie einen Großteil der Kosten selbst tragen und kommen nicht darum herum, diese in Ihrem Stundensatz oder Ihren Produktpreis einfließen zu lassen. Überlegen Sie sich, wieviel Geld Sie im Monat verdienen wollen/müssen, um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Als Unternehmern bekommen Sie auch kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Ausfälle durch Krankheit müssen Sie mit Ihren Gewinnen abfedern.

Ein reibungsloser und gut geplanter Start in Ihre Selbständigkeit ist die Grundlage für Ihren (späteren) Erfolg. Binden Sie Wissende frühzeitig ein, dann sind Sie für die Zukunft gut gerüstet!